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Lexikon




POP3





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POP3 ist ein Übertragungsprotokoll, über welches ein Client E-Mails von einem E-Mail-Server abholen kann. Es wird im RFC 1939 beschrieben. POP3 ist ein ASCII-Protokoll, wobei die Steuerung der Datenübertragung durch Kommandos geschieht, die standardmäßig an den Port 110 geschickt werden.

Eine ständige Verbindung zum Mailserver ist bei POP3 nicht notwendig. Die Verbindung zum Server wird bei Bedarf vom Client aufgebaut und danach wieder beendet.

POP3 ist in der Funktionalität sehr beschränkt und erlaubt nur das Auflisten, Abholen und Löschen von E-Mails am E-Mail-Server. Für weitere Funktionalitäten wie hierarchische Mailboxen direkt am Mailserver, Zugriff auf mehrere Mailboxen während einer Sitzung, Vorselektion der E-Mails, usw. müssen Protokolle wie IMAP verwendet werden.

Als Gegenstück zu POP3 zum Versenden von E-Mails ist üblicherweise in Clients und Servern das SMTP-Protokoll implementiert.

Erstmals wurde das Post Office Protocol im Oktober 1984 in RFC 918 beschrieben. Bereits im Februar 1985 folgte das in RFC 937 beschriebene POP2, bevor POP3 erstmalig im November 1988 in RFC 1081 erschien.

POP3 entspricht POP und POP2 in der grundsätzlichen Form. Die Vorgehensweise des Mailabrufs unterscheidet sich vor allem dadurch, dass die Notwendigkeit der Empfangsbereitschaft des Clients wegfällt, sowie dass der korrekte Empfang einer Mail nicht mehr bestätigt werden muss. Die geringere Komplexität und das Vorhandensein von „Übersichtsbefehlen“ wie STAT und LIST gehören zu den Merkmalen von POP3. Auch ist POP3 von Anfang an genauer und ausführlicher beschrieben.

Das POP3-Protokoll ist in allen verbreiteten E-Mail-Programmen integriert.

Damit der Mailserver Anfragen per POP3 beantworten kann, muss eine entsprechende POP3-Server-Software installiert sein.

Bei Windows-E-Mail-Servern ist der POP3-Server in das entsprechende E-Mail-Server-Paket (z.B. im Mail-Server von Windows Server 2003 oder bei Server Software wie beispielsweise Microsoft Exchange oder Lotus Domino) integriert.

Im Unix-Bereich gibt es u. a. folgende POP3-Server-Software:

* courier-pop
* cyrus-pop3d (Teil der Cyrus-Mailserver-Software)
* Dovecot
* ipopd
* popa3d
* qpop3d (Teil von qmail)
* qpopper (der Firma Qualcomm)
* ipop3d (aus dem IMAP Toolkit Environment von Mark Crispin)
* Citadel

Standardkommandos (auf jedem Server vorhanden):

USER xxx
wählt den Benutzernamen, bzw. das Benutzerkonto auf dem E-Mail-Server.
PASS xxx
übergibt das Passwort in Klartext.
STAT
liefert den Status der Mailbox, u. a. die Anzahl der neuen E-Mails.
LIST (n)
liefert die Anzahl und die Größe der (n-ten) E-Mail(s).
RETR n
holt die n-te E-Mail vom E-Mail-Server.
DELE n
löscht die n-te E-Mail am E-Mail-Server.
NOOP
keine Funktion, der Server antwortet mit +OK.
RSET
setzt alle DELE-Kommandos zurück.
QUIT
beendet die aktuelle POP3-Sitzung und führt alle DELE-Kommandos durch.


Optionale Kommandos (serverabhängig):

APOP
sichere Anmeldung, s.u.
TOP n x
ruft den Header und die ersten x Zeilen der n-ten Mail ab.
UIDL n
zeigt eindeutige ID der E-Mail an.

Zum Test von POP3-Verbindungen können die Kommandos mittels eines Telnet-Programms direkt an den Port 110 gesendet und die Antworten des POP3-Servers überprüft werden. (Für dieses Beispiel geben Sie unter Windows oder Linux telnet example.com 110 in der Eingabeaufforderung oder in der Konsole ein. Domainname und Port werden durch Leerzeichen und nicht durch Doppelpunkt getrennt.)

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©2005-2010 Die PC Maus, Letzte Änderung: 07.07.2010 07:58
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