|

|
Als Flatrate (von engl. „flat rate“) oder Pauschal-Gebühr bezeichnet man im Deutschen Tarife für Telekommunikations-Dienstleistungen wie Telefonie und Internetverbindung. Neuerdings wird der Begriff wegen der hohen Werbewirksamkeit auch für andere Bereiche wie die so genannten Flatrate-Partys verwendet.
Das Wort ist aus der englischen Sprache entlehnt, wo der Begriff Flat Fee ausdrückt, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung unabhängig von der Abnahmemenge zu einem Pauschalpreis verfügbar ist. „Flatrate“ wird nicht nur im Deutschen verwendet. Der Begriff setzt sich zusammen aus flat (flach, eben) und rate (Gebühr).
Flatrates basieren naturgemäß auf einer Mischkalkulation, bei der die Kunden, die das Angebot verhältnismäßig wenig nutzen, einen Anteil zur Finanzierung von Vielnutzern mit leisten, und rechnen sich somit tendenziell eher für große Anbieter, die aufgrund der hohen Kundenzahlen besser mit statistischen Methoden kalkulieren können als ein kleinerer Anbieter, bei dem ein einziger Ausreißer die ganze Kalkulation kippen lassen kann. Um sich gegen Nutzer zu wehren, die die Ressourcen der Anbieter deutlich überdurchschnittlich in Anspruch nehmen, haben diese oft eine sogenannte Fair Use Policy in ihren Vertragsbestimmungen oder versuchen, sich mittels anderer rechtlich fragwürdigen Mitteln dieser Poweruser zu entledigen - siehe auch Telekommunikationsunternehmen in der Kritik. Solche limitierte Flatrates sind dann eigentlich ein Intra-Produkt-Bundle, nämlich ein pauschales Paket eines bestimmten Produkts (z.B. 1000 Sprachminuten pro Monat, 5 Gigabyte Internet-Traffic).
In den USA ist es seit langem üblich, dass Ortsgespräche zu einem niedrigen monatlichen Grundpreis pauschal abgerechnet werden (unmetered local calls). Dieses Tarifmodell ist so weit verbreitet, dass sich US-Amerikaner kaum vorstellen können, dass in anderen Teilen der Erde ein zeitabhängiger Tarif für Ortsgespräche existiert.
In Deutschland wurde ein Pauschaltarif für Gespräche in das deutsche Festnetz erstmals Ende 2004 durch die Firma Arcor angeboten. Seit Oktober 2005 bietet auch der Marktführer, die Deutsche Telekom, eine Flatrate für Festnetzgespräche an, wobei bei diesem Angebot zu beachten ist, dass bei Anrufen zu Vollanschlüssen alternativer Anbieter, die ein höheres Terminierungsentgelt erheben, dem Kunden ein Zuschlag in Höhe von 0,2 Cent pro Minute in Rechnung gestellt wird.
Eine europaweite Flatrate wurde erstmals von der Firma HanseNet mit dem Tarif Alice eingeführt. Einige Anbieter wie HFO telecom und HanseNet rechnen auch Gespräche zu nationalen Teilnehmernummern (032) im Rahmen ihrer Festnetz-Flatrates ab. Arcor bietet seit Oktober 2006 eine Flatrate ins Vodafone-Netz, seit Februar 2007 auch in die übrigen Mobilfunknetze.
Flatates ins deutsche Festnetz über VoIP werden in Deutschland seit Ende 2004 angeboten, der erste Anbieter war Easyphone24. Bei den Komplettanschlusspaketen vieler Telekom-Wettbewerber greifen die Anbieter für die Realisierung der Telefon-Flatrates in Anschlussbereichen, in denen sie keine eigene Festnetz-Vermittlungstechnik betreiben, auf VoIP zurück.
Durch die Realisierung der Telefon-Flatrates via VoIP sparen die Anbieter die Investitionen in die Festnetz-Vermittlungstechnik sowie gegebenenfalls in die Kollokation und zahlen -entgegen der Realisierung mittels Preselection- keine Zuführungs-IC-Gebühren, was für die Kalkulation ein entscheidender Vorteil ist.
Im Mobilfunkbereich gibt es seit Mitte 2005 Flatrates. Diese Tarife gelten meist für Gespräche ins Festnetz und ins jeweils eigene Netz.
E-Plus bietet seit 1. August 2005 mit seiner Submarke Base die erste deutsche Handyflatrate an, die unabhängig von Tageszeiten und Wochentage ist und netzintern und ins Festnetz gilt. Im März 2006 zog T-Mobile zunächst mit der DoubleFlat, ab August 2006 mit dem Max Tarif, nach. Auch Vodafone bietet mit der SuperFlat seit dem 16. Oktober 2006 offiziell eine Flatrate ins eigene Netz an. O2 bot bisher eine Flatrate innerhalb der Homezone an – seit Dezember 2006 kann man mit (Genion L) auch außerhalb dieser Homezone kostenlos ins deutsche Festnetz sowie in das Netz von O2 telefonieren.
Seit dem Frühjahr 2007 gibt es mit Free flat XL von Freenet und dem kurze Zeit später lancierten Base 5 von E-Plus auch Mobilfunk-Flatrates in alle deutschen Mobilfunknetze. Aufgrund der hohen Terminierungsentgelte in fremde Mobilfunknetze sind diese Angebote deutlich teurer als die anderen Angebote.
In der Schweiz gibt es eine Flatrate für den Mobilfunkbereich erst ab Mitte 2005 vom Mobilfunk-Anbieter Orange. Das Produkt nennt sich „Orange - Maxima“ und erlaubt das zeitlich unbeschränkte Telefonieren auf das Fest- sowie das eigene Orange-Mobilnetz. Anrufe auf Mobilnetze anderer Anbieter (Swisscom, Sunrise) sind weiterhin gebührenpflichtig.
zurück
|